Puerto Vallarta

Puerto Vallarta, ca. 350.000 Einwohner, befindet sich im Bundesstaat Jalisco und ist nach Acapulco und Cancún der bekannteste Badeort Mexikos. Die Stadt liegt, umgeben von Dschungelvegetation und zwischen den Ausläufern der Sierra Madre, an der mit rund 40 km Durchmesser größten Bucht von Mexiko, der Bahía de Banderas. Bis 1963 war Puerto Vallarta noch ein verschlafener Fischerort. Als dann jedoch hier die Dreharbeiten für Jon Hustons Film „The Night of the Iguana" (Die Nacht des Leguan) mit den US-Schauspielern Richard Burton und Ava Gardner begannen und Elisabeth Taylor Burton als Verliebte nachreiste, wurde der kleine Fischerort über Nacht bekannt und berühmt. Den beiden Weltstars, die dann auch ein Haus in Puerto Vallarta kauften ( Casa Kimberley) und hier heirateten, folgten weitere Reiche und Stars.

Puerto Vallarta ist nach Acapulco der am häufigsten von in- und ausländischen Touristen frequentierte Badeort an der mexikanischen Pazifikküste sowie ein gut frequentierter Kreuzfahrt-Hafen, ab Mitte des Jahres 2010 auch ein sog. „Port-of-call“ also Einstiegshafen.

Puerto Vallarta - Geschichte

Vallarta liegt in der Banderas Bucht. Die Indigene Bevölkerung dieser Bucht nannte sich "Cuitla" oder "Xiutla", dies bedeutet "Ort an dem Gras wächst". Prähispanische Funde aus Vallarta und Ixtapa wurden auf die Periode von 380 bis 220 v.C. datiert. Sie werden der Azatlan Kultur zugeordnet.

Als die Spanier die Bucht unter Führung von Francisco Cortés de Buenaventura, eines Neffen von Hernán Cortéz erreichten, lebten dort etwa 20.000 Indios. Ausgerüstet mit Bogen und Pfeilen und Speeren geschmückt mit bunten Federn (banderillas de pluma), erwarteten sie gemäss der Überlieferung die Landung der Spanier. Fortan nannten die Spanier die Bucht "Valle de Banderas" (Tal der Fahnen). Die Bucht wurde im Laufe der Zeit ein wichtiger Ankerplatz um Provision aufzunehmen. Anfangs des 19. Jahrhunderts landeten auch englische Schmuggler, die ihre Waren an die Einheimischen verkauften. Auch Walfänger entdeckten die Bucht als einträgliches Revier, da hier jährlich die Buckelwale ihre Jungen aufziehen.

Die Gründung von Las Peñas, heute Puerto Vallarta geschah nach der Überlieferung am 12. Dezember 1851 mit der Ankunft von Guadalupe Sanchez und seiner Frau Ambrosia sowie deren Familie. Da es der Ehrentag der Virgen de Guadalupe war, nannten sie den Platz "Las Peñas de Santa Maria de Guadalupe" (Felsen der Hl. Maria von Guadalupe) Im Laufe der folgenden Jahre siedelten sich weitere Familien aus Cuale, Mascota und San Sebastian an.

Mit Datum vom 16. Dezember 1869 wurde Las Peñas in einem offiziellen Dokument des Staates Jalisco die Genehmigung für einen Handelshafen erteilt. 1885 wurde der Handelshafen in Betrieb genommen.

Am 31.Mai 1918 wurde per Dekret Las Peñas zu "Puerto Vallarta", zu Ehren des Gouverneurs von Jalisco, Ignacio L. Vallarta. Der erste gewählte Bürgermeister des Ortes war Jesus Langarica, in Talpa de Allende geboren aber seit 15 Jahren in Vallarta lebend.

Weitere historische Ereignisse
1893 brach eine schwere Windpocken-Epidemie aus, die viele Todesopfer forderte.
1911 vernichtete eine Sturmflut viele Häuser, mehr als 100 Einwohner verloren ihre Häuser.
1922 starben mehr als 150 Menschen während einer Gelbfieder-Epidemie.
1925 wurde in Ixtapa die Montgomery Fruit Company etabliert. Der Export von Bananen brachte bescheidenen Wohlstand. Kleine Fertighäuser sowie eine Schule, ein Krankenhaus, ein Elektrizitäts-Werk sowie eine Eisenbahnverbindung von Ixtapa nach Boca de Tomate wurden errichtet.
Ab 1930 kamen die ersten ausländischen Touristen nach Vallarta. Allerdings erreichte der Ort erst
1951 nationale Aufmerksamkeit, als er sein 100-jähriges Bestehen feierte. In dieser Zeit wurden die ersten bescheidenen Hotels errichtet.
In den 1960er Jahren erlebte Puerto Vallarta einen beträchtlichen Aufschwung als die Film-Industrie den Ort entdeckte.
(Informationen nach:

Carlos Munguia Puerto Vallarta el Paraiso Escondido)
Der Tourismus bestimmt das Wirtschaftsleben der Region. Neben der Hotellerie und Gastronomie boomt die Bauindustrie: Eigentumswohnungen und Privathäuser sowie exklusive Privatvillen. Daneben existiert Fischfang und Gemüseanbau für den örtlichen Verbrauch.

Das Klima an Mexikos Pazifikküste ist subtropisch, und somit fallen die Temperaturen im Sommer am Tage fast nie unter 30 Grad. In der Regenzeit zwischen Juni und September ist mit häufigen Niederschlägen in den spaeten Nachmittagsstunden oder nachts zu rechnen: Beste Reisezeit: November - Mai: Angenehmes Klima, Temperaturen tagsüber um die 25 Grad, nachts kann es in Januar / Februar auch mal recht frisch werden.

Sehenswert

  • Die Altstadt,gepraegt durch flusskiesel-gepflasterte Strassen und Häuser im spanischen Kolonialstil.
  • Uferpromenade Malecón mit zahlreichen Bistros, Terrassen-Restaurants und Cafés. Entlang des Malecons wurden viele Kunstskulpturen diverser Kuenstler aufgestellt. In der Hauptsaison von November bis April errichten Kuenstler Sandskulpturen am Strand entlang des Malecons.
  • Mercado Municipal (oder auch Mercado Abastos). Der Markt liegt am Cuale-Fluss und neben Lebensmitteln werden hier auch Kunsthandwerk, Kleinmöbel, Stiefel, Pferdesättel und vieles mehr angeboten.
  • Der Zócalo (Hauptplatz). Der mit Bäumen, dem Rathaus und der Kirche umsäumte Platz ist der Treffpunkt der Stadt. Hier werden regelmaessig abends kleinere Freiluftkonzerte veranstaltet.
  • Die Natursteinkirche Nuestra Señora de Guadalupe. In dieser Kirche schlossen Elizabeth Taylor und Richard Burton den Bund fürs Leben.
  • Los Arcos, am suedlichen Ende des Malecons. Platz fuer groessere Freiluft-Konzerte und Veranstaltungen.
  • Marina Vallarta. Villen- und Hotelgebiet mit Golfplatz und Jachthafen für 550 Boote und Yachten sowie viele Restaurants und Boutiquen.
  • Museo Arqueológico. Isla del Río Cuale, am Südende der Flussinsel. In dem Museum befinden sich Grabfunde aus Jalisco und Nayarit, Töpferwaren, indianische Waffen und traditionelle Musikinstrumente.
  • Walbeobachtung. Rund 300 Buckelwale kommen jährlich bei ihrer Wanderung zur Paarung im Frühjahr in diese Bucht.
  • Nuevo Vallarta. Gehört zwar nicht zum Stadtgebiet, denn es liegt ca. 10 km von Puerto Vallarta und damit auch in einem anderen Bundesstaat, Nayarit, doch es gehört zu dieser Wirtschaftsregion. Jachthafen, Golfplätze, Eigentumswohnungen und viele grosse Hotels an einem kilometerlangen Sandstrand.

Umgebung

  • Im Süden Puerto Vallartas schliessen sich kleine Ortschaften wie Mismaloya, Boca de Tomatlán an. Mismaloya war Drehort fuer Filme wie "Domino-Komplott" und "Predator". Puerto Vallarta's Botanischer Garten sowie der Zoo sind in den Berghaengen oberhalb Mismaloyas angesiedelt.
  • Weiter suedlich: Las Animas, Quemixto, Yelapa und auch La Caletas, Dorthin gelangt man mit Booten. Fahrtzeit ca. 1 bis 2 Stunden.Die Fähren laufen vom Bootsteg an der Playa Los Muertos zwischen 10 und 11 Uhr aus. Die Bucht von Yelapa ist von Bergen umgeben und auf dem tropischen Yelapa gibt es ein Hotel mit strohgedeckten Maya-Hütten und einige einfache Restaurants. Nach einer Wanderung von ca. 20 Minuten, durch tropische Vegetation, kann man zu einem 45 m hohen Wasserfall gelangen.

Noerdlich schliesst sich das Municipio Bahía de Banderas an.

(Mexico-Lexikon www.mexiko-lexikon.de).